Mainpost, 27.10.2006
„Eine Offenbarung“ nannte ein Zuhörer die „Marienvesper“ Claudio Monteverdis und sprach damit sicherlich den Konzertbesuchern aus der Seele. Musica Sacra Grafenrheinfeld hatte für Monteverdis „Vespro Della Beata Vrgine“ – oft bezeichnet als eines der markantesten Werke der Kirchenmusik – ein wahrhaft erlesenes Ensemble nach Grafenrheinfeld geladen.
Alle verstünden den „Glanz und die ausnehmend schöne Musik“, so Regionalkantor Rainer Aberles einführende Worte, auf ganz wunderbare und würdige Weise zu zelebrieren. Gemeinsam mit der „Creme de la Creme“ der Würzburger Dommusik – dem Barackorchester und dem Kammerchor – agierten die Solisten Siri Thornhill, Susanne Rydén, Andreas Post, Knut Schoch, Manfred Bittner und Christopher Jung unter der Leitung von Domkapellmeister Martin Berger gut gelaunt in nahezu harmonisch-
Die wunderbaren alten Originalinstrumente, die zeitlos schönen Texte und di mal renaissancegeprägten, dann wieder frühbarocken Töne vereinten sich wie das projektbezogene Ensemble zu einer stimmigen Synthese.
Indem die Solisten an verschiedenen Standorten wie Empore, Mittelschiff oder Altarraum auftraten, spielten sie gekonnt mit den klanglichen Besonderheiten der Grafenrheinfelder Pfarrkirche, nutzten geschickt deren Raumvolumen und brachten immer wieder erstaunliche Klangbilder zum Schwingen. Abwechslungsreich und ausdrucksstark kam Monteverdis Werk beim Publikum an, ergriff und überzeugte und wirkte dabei gar nicht altmodisch, sonderen erstaunlich frisch un klangfarbenfroh, ohne dabei die Vorgaben einer heikel-
Neben dem zu jeder Vesper gehörenden, eröffnenem „Deus in adiutorium“ und abschließendem „Magnificat“ vertonte Monteverdi Texte, die alle zur Ordnung der Liturgie der Marien- und Jungfrauenfeste gehören. Verbunden war dies durch vier überwiegend solistisch besetzten Concerti. Herausragendd dabei war das „pulchra es“ der beiden Sopranistinnen Thornhill und Rydén zur faszinierenden Theorbe, einem historischen Saiteninstrument. Genauso beeindruckend das von den solistischen Männerstimmen (Post, Schoch, Jung) getragene „Duo Seraphim“. In diesem wurde die Zeile „Drei sind es, die Zeugnis im Himmel geben“ auf eindrucksvolle Weise klangtechnisch in die Pfarrkirche transponiert.
Obwohl die Veranstaltungsreihe „klangkunst“ als Garant für hochklassige Konzerte gilt, erstaunt doch immer wieder, mit welchem klangkünstlerischen Leckerbissen Musica Sacra das Publikum verwöhnt. Der minutenlange begeisterte Applaus und die stehenden Ovationen zeigten, dass Musiker und Veranstalter ihre Sache bestens verstanden haben.