Mainpost, 8.10.2007 Nr. 231
Es war ein begeisterndes Gipfeltreffen zwischen dem Hilliard Ensemble und Singer Pur im vollbesetzten Würzburger Kiliansdom. Die beiden Vokalgruppen (die eine aus England, die andere aus Regensburg) führten die Musiken des 16. Jahrhunderts und der Jahrtausendwende zusammen. Überraschende Erkenntnis: Auch wenn die harmonischen Mittel der Moderne ganz andere sind als die der Renaissance – die Empfindung und der Fluss der Musik sind vergleichbar.
Dass dies eindrucksvoll hörbar wurde, war nicht nur der Schönheit der Stimmen, der faszinierenden Reinheit der Intonation und der Präzision zu verdanken, sondern einem sicheren Gespür für die Eigenheiten der Musik. Der Traum von der bis zu zehnstimmigen Polyphonie, den – laut Programmheft – die beiden Ensembles bei der Konzeption des Projekts hatten, wurde zu einem traumhaften Erlebnis für die Hörer.
Dabei spielte es keine Rolle, ob nur drei Hilliards in minimalistischem Sprechgesang einer Stelle aus dem Lukas-
Bemerkenswert waren die Homogenität und die edle Klangfarbe. Der lange, von vorsichtigen Bravos durchsetzte Beifall galt auch Domorganist Stefan Schmidt, der eine packende Interpretation von Olivier Messiaens „Le Banquet céleste“ beisteuerte.