Mainpost / Volksblatt, 28.12.2009
Hell, rein und profiliert präsentierten sich die Würzburger Domsingknaben bei ihrem Konzert im brechend vollen Kiliansdom am zweiten Weihnachtstag. Unter dem mit großem Geschick und Einfühlungsvermögen dirigierenden Domkapellmeister Martin Berger glänz- ten die gut 70 Choristen zusammen mit dem Barockorchester am Würzburger Dom und den Gesangssolisten insbesondere bei der Interpretation von Bachs berühmtem „Magnificat“ mit Frische und Keckheit. Bravourös war der lebhaft bewegte fünfstimmige Chorsatz im „Omnes generationes“. Sänger und Instrumentalisten brachten kraftvoll den weihnachtlichen Gedanken zum Ausdruck, dass der christliche Gott vor allem ein Gott der Beziehung zu und unter den Menschen ist. Das spritzig aufspielende Barockorchester brillierte sowohl im Gesamtklangbild wie auch durch Einzelleistungen. Anrührend war Silke Evers in ihrer Arie „Quia respexit“, die die Sopranistin als gänzlich unkitschiges marianisches Idyll gestaltete. Akkurat und ergreifend sang der Altus Matthias Lucht seinen Part, und Martin Hummel bot im „Quia fecit“ die lyrischen Qualitäten seiner baritonalen Bassstimme dar.
Eine Kostprobe seiner expressiven Gestaltungskraft gab Hummel mit dem Rezitativ (siehe „Stichwort“) „Dir, Herr, ist niemand gleich“ in der Kantate „Unser Mund sei voll Lachens“. Max Ciolek brachte seine Tenorstimme in seiner Solo-
Einen Ohrenschmaus boten die Domsingknaben in den ohne Instrumentalbegleitung gesungenen Chorälen des Weihnachtsoratoriums, mit denen die D-
Stichwort Rezitativ
Rezitativ kommt vom italienischen recitare (= vortragen, aufsagen) und bezeichnet einen Sprechgesang-