Würzburger Dommusik: Presseecho

Mainpost / Volksblatt, 20. Februar 2010

Schulstress bis in die Konzertproben

Jahreshauptversammlung des Dommusikvereins

Mit rund 20 000 Euro hat der Würzburger Dornmusikverein im vergangenen Jahr die 505 aktiven Sängerinnen und Sänger der Dornmusik gefördert, so dessen Vorsitzender Nikolaus Peter Hasch bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins.
Über 200 Mitwirkende in der Dommusik bereiten sich derzeit auf die Umsetzung des Oratoriums „Der Sohn des Zimmermanns“ von Komponist Wilfried Hiller vor. Die Uraufführung zum 65. Jahrestag des Bombenangriffs auf Würzburg am 16.
März im Kiliansdom bezeichnete berichtete Domkapellmeister Martin Berger als „das vielleicht größte musikalische Ereignis in Würzburg seit 20 Jahren“.
Großprojekte wie das Oratorium kann die Dommusik auch dank der im Mai 2009 fertiggestellten modernen Probenräume oberhalb der Sepultur des Doms in Angriff nehmen, heißt es im Pressebericht des Ordinariats Würzburg weiter.
Domkapellmeister Martin Berger blickte auf erfolgreiche Konzertreisen im vergangenen Jahr zurück: nach Köln, Stockholm und Andalusien. Er beklagte aber auch die Auswirkungen des achtjährigen Gymnasiums, die es den Kindern immer schwieriger machten, ihrem Engagement in der Dommusik nachzugehen.
Tief besorgt zeigte sich Berger über die gesellschaftlichen Auswirkungen, die durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums entstanden seien. Durch die langen Schultage werde es den Kindern verwehrt, ein umfangreiches Hobby zu pflegen. Gymnasiasten, die sich in der Dommusik engagierten, hätten oftmals einen „14- oder 15-StundenTag". Die Anzahl krankheitsbedingter Ausfälle, stressbedingter Hörstürze und fehlerhafter Proben sei drastisch angestiegen. Auch Domkantorin Judith Schnell bemerkte im vergangenen Jahr zunehmenden schuischen Stress und Erfolgsdruck bei ihren Schützlingen: „Es ist für die Mädchen im Alltag schwer, die Kraft aufzubringen, um langfristig in der Mädchenkantorei mitzusingen“.
Etliche Mitglieder, zum Teil selbst Eltern von betroffenen Sängerinnen und Sängern, bestätigten diese Beobachtungen. Die Missstände sollen bei politischen Amtsträgem und dem bayerischen Kultusministerium angeprangert werden.
Domkantorin Schnell hob in ihrem Jahresrückblick die Auftritte der Mädchenkantorei im Kölner Dom anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Kölner Mädchenchores hervor.

"Das vielleicht größte musikalische Ereignis in Würzburg seit 20 Jahren“ Domkapellmeister Berger zum Oratorium „Sohn des Zimmermanns“

Der Dommusikverein mit derzeit 460 Mitgliedern habe weiter regen Zulauf, so Vorsitzender Hasch. Als Ziele nannte er vor allem die Erhöhung der Mitgliederzahl auf über 500, um die Dommusik dauerhaft gut unterstützen zu können.
Die Grüße und den Dank von Bischof Friedhelm Hofmann, Weihbischof Ulrich Boom und den Mitgliedern des Domkapitels überbrachte Domdekan Monsignore Günther Putz. Er hob die große Bedeutung der Dommusik für die Liturgie im Kiliansdom hervor.
Laut Schatzmeister Bernd Hußenöder hat der Verein die Dommusik 2009 mit insgesamt 20 435 Euro unterstützt, ein Teil ging in die Stimmbildung, investiert wurde in ein E-Piano und in Konzertreisen.

Informationen beim Dommusikverein Würzburg, Domerschulstraße 2, 97070 Würzburg, Tel. 0931/386 62271, E-Mail info@wuerzburger-dommusik.de

gini