Lieber Kammerchor! Da nicht unbedingt anzunehmen ist, dass die „Mainpost“ meinen Leserbrief abdruck, wollte ich ihn wenigstens Euch zur Kenntnis bringen
Georg Müller
Ziegelaustr. 6
97080 Würzburg
Leserbrief, betr. die Konzertkritik „Kampf im Dickicht der Partitur“ von Frank Kupke, Mainpost vom 30.11.2009, S. 12
„Als eine Nummer zu groß“ – um Herrn Kupkes Artikel zu zitieren – erwies sich für Ihren Kritiker die Herausforderung, eine adäquate Konzertbesprechung zu schreiben. Ich bin mir zwar dessen wohl bewusst, dass Kritikerschelte eine heikle Angelegenheit ist: aber die Lektüre von Kupkes Beitrag forderte die Stellungnahme eines – zugegebenermaßen dillettierenden, aber in der Alten Musik nicht ganz unbewanderten – Konzertbesuchers heraus. Es ist eine Schande, dass sich die Tageszeitung einer kulturell ambitionierten Großstadt wie Würzburg die Blöße gibt, einen offenkundig inkompetenten Mitarbeiter in ein derartiges Konzert zu schicken und dessen stümperhafte Ergüsse auch noch abzudrucken. Das Konzert des Kammerchores am Dom unter Martin Berger genügte in jeder Hinsicht höchsten künstlerischen Ansprüchen und entsprach den Maßstäben der historischen Aufführungspraxis ganz und gar. Aus dem großen Beifall am Ende schließe ich, dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe. Vielleicht war es ja Herrn Kupkes Handy, das in die Stille nach dem letzten Akkord der Messe piepte: vielleicht war es Ihre Redaktion, die ihn mit der Bitte anfunkte, er möge doch ganz schnell noch die Kritik abliefern … |